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Über mich

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Sandra Reichert

AUTORIN

1979 zur schönsten Herbstzeit im havelländischen Nauen geboren, verbringe ich meine Kindheit über schiefe Kopfsteinpflaster tobend. Manchmal auch in einstürzenden Häusern.

 

1984 ziehen meine Eltern mit mir von Ostdeutschland nach West-Berlin. Der Geschichte dahinter verdanke ich die sehr frühe Bekanntschaft mit Staatsgewalt, Grenzen und Identitätspolitik. Beziehungsstatus: kompliziert.

 

Dem Ostkind wird viel vorgelesen, dem Ost-Westkind gezeigt, wie sie einen Stift hält. Als Arbeiterkind ohne Vorbilder für das ureigene Sehnen, dafür mit umso mehr Imposter ausgestattet. Trotz und mit depressiven Phasen schließe ich 2015 mein Studium ab, bestehe 2019 noch ein Staatsexamen.

 

Nach Jobs als HR, im Sales und sogar Lehrerin steht fest: Die nächste Krise kommt bestimmt. Wie oft noch, bis ich es verstehe?

 

Rückbesinnung auf alte Fragen: Wer bin ich, wie will ich leben, worauf warte ich? Aus bekannter Verzweiflung neuen Mut gewonnen; Projekt Wünschelrute ausgerufen, meinem Zauberwort gefolgt: schreib! 2020 den Beruf gekündigt, mich am Laptop festgeklebt. Täglich die Zweifel beiseite geschoben, die Hoffnung wachsen, das Herz gedeihen lassen.

 

Im Herbst 2021 erhalte ich das Recherchestipendium der Berliner Senatsverwaltung für Kultur und Europa. 2022 gewinne ich den Salzburger Literaturwettbewerb „Wir lesen uns die Münder wund“. Im selben Jahr erscheint mein Debütroman Der Himmel muss warten im Müry Salzmann Verlag.

 

Träume werden wahr, wenn wir beginnen, sie zu leben. Ich bleib dabei. Leben in glücklich ist auch eine Entscheidung.

Interview - kulturring.berlin 

Wen die Schwermut packt

Ansichten und, mehr noch, Einsichten - Sandra Reicherts Debütroman "Der Himmel muss warten"

"'[…] Wir haben doch unsere Träume und Hoffnungen nicht, um sie in uns zu begraben. In unserem Inneren sterben sie nämlich irgendwann, wenn wir sie nicht nach draußen tragen. Wir sollen dieses Lied, das uns am Anfang aller Tage in die Seele gepflanzt wurde, tatsächlich singen und den Klang in die Welt hinauslassen. Doch was mache ich, wenn ich keine Stimme mehr habe? Oder nicht weiß, wie ich sie zum Klingen bringe?'" (S. 32). Julia, die das eben Gelesene sagt, werden wir bei fortschreitender Lektüre des dialogstarken Romans Der Himmel muss warten näher kennenlernen. Ebenso Hatice, Alex, Jan, Hakan und Holger. Zuanfangs ist die Protagonistin Maria Parker noch gänzlich in ihren negativen Denk- und Gefühlsmustern befangen. Im Handlungsverlauf des Buches aber reifen in Maria neue, lebenszugewandte Überzeugungen. Sandra Reichert versteht sich mit ihrem Buch als Mutmacherin.

Autorin Sandra Reichert  liest aus Ihrem Romandebüt
Sandra Reichert präsentiert Ihr Romandebüt

Interview - The Bend Podcast

Episode 34: Sandra

I spoke with my friend Sandra Reichert about her debut novel "Der Himmel Muss Warten," what led her to publishing her book, the tricky media landscape for new writers, making the decision to pursue her dream, and more! Hope you enjoy!

kontroverse Kontroversen

Panel Diskussion beim internationalen Literaturfestival Berlin (ilb) 2023:
Oh Boy, are you serious? 

2023 veröffentlichte der Kanon Verlag die Anthologie Oh Boy. Ausschließlich männliche und non-binäre Stimmen durften zu Männlichkeit reflektierende Worte kommen. Wie sich herausstellte, verhandelte ein Autor mit Wissen des Verlags seine eigene sexuelle Übergriffigkeit gegenüber einer Frau, die sich wiederholt gegen die Veröffentlichung des Vorfalls geäußert hatte. Auch dieses „Nein“ wurde ignoriert und der Wunsch der Frau übergangen. Nachdem die Betroffene zunehmend lauter werdende Unterstützung erhielt, stoppte der Verlag schließlich die Auslieferung des Buches. Ein Paradestück toxischer Brüderlichkeit. Das ilb 2023 reagierte ebenfalls und strich die ursprünglich geplante Paneldiskussion. Stattdessen wurden Aktivist_innen und das Netzwerk keine show für täter eingeladen, die Vorgänge, den Betrieb sowie den Text selbst kritisch zu beleuchten. Nach wie vor ist auch der Literaturbetrieb geprägt und durchdrungen von hegemonialer Männlichkeit, wie auch diverse Reaktionen zur Diskussion belegen, die in der Reihe der Words of Love and Hate Reihe stand. Wenn Widerspruch und Einspruch im Fall wiederholter Gewalt, aus und mit der Männer Kapital schlagen wollen zum Vorwurf von „neostalinistischem Terror“ gereichen, dann ist die „Freiheit des Wortes“ männlich und scheint vor allem zu meinen, ohne jegliche Verantwortung für eigenes Tun frei zu allem zu sein, was mann begehrt – während den Preis dafür selbstverständlich die anderen bezahlen. Gegen all dies schrieb ich das Gedicht: weiß wie schnee.

copyright: welt.de

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